Blüten á la Schwarzwälder Kirschtorte

Die Werke von Wolfgang Ratzek entfalten eine intensive, fast poetische Bildsprache, in der Blumen nicht nur als Motiv sondern als Ausdruck von Emotion und Atmosphäre erscheinen. Besonders seine Kompositionen in verschiedenen Rosa- und Rottönen wirken wie ein farblicher Dialog zwischen Zartheit und Leidenschaft. Die Blüten scheinen zu leuchten, pulsieren förmlich im Raum und laden den Betrachter dazu ein, sich in ihrer Farbwelt zu verlieren.

Wie in der modernen Blumenmalerei üblich, stehen weniger die botanische Genauigkeit als vielmehr Stimmung, Farbe und Bewegung im Vordergrund. Blumen gelten seit jeher als Symbol für Schönheit, Vergänglichkeit und Lebensfreude und bieten Künstlern eine große Freiheit in der Interpretation. Auch bei Ratzek verschmelzen Form und Farbe zu einer emotionalen Einheit, in der sich Natur und künstlerische Handschrift begegnen.

Seine Bilder lassen sich als zeitgenössische Hommage an die Kraft der Farbe verstehen – ein Spiel aus Licht, Kontrast und Nuancen, das besonders in den warmen Rosa- und Rottönen volle Wirkung entfaltet.

Bei vielen der präsentierten Bilder und Kunstobjekte wird der Gedanke der Freiheit symbolisiert.
So verkörpert die Möwe diesen ebenso wie die bunten Segel mehrerer Boote umgeben vom weiten, tiefblauen Meer.

Auch die Idee, “sich die Freiheit zu nehmen”, aus ausrangierten Gitarren Kunstobjekte in Form stilisierter Vogelnistkästen zu kreieren verdient Applaus für den freiheitsliebenden Künstler.

Schwarzwälder Kirschtorte – das Rezept

Es gibt viele Rezepte für diesen Klassiker, mit und ohne Mürbeteigboden. Wenn die Torte nicht im Restaurant oder Cafe akkurat serviert werden muss, dann kann man den Mürbeteig weglassen und auf Bindemittel verzichten.
Für eine schnelle Zubereitung werden für den Biskuit 100 g Butter schaumig geschlagen, nach und nach 100 g Zucker und ein Päckchen Vanillezucker zugegeben und vier ganze verquirlte Eier darunter gerührt.
Jetzt gibt man 75 g abgezogene gemahlene Mandeln und 100 g feingeriebene Schokolade hinzu, siebt 50 g Mehl, 50 g Mondamin und zwei gestrichene Teelöffel Backpulver darüber und rührt die Masse schaumig.
Sodann wird der Biskuitteig in eine gebutterte Springform (24 cm) gefüllt, knapp eine 3/4 Stunde bei 180°C gebacken und nach dem Erkalten quer in drei gleiche Scheiben geschnitten. Eine Scheibe wird als Boden mit 4 EL Kirschkonfitüre, in die man 1 EL Kirschwasser verrührt hat, bestrichen und mit steifgeschlagener Sahne bedeckt.
Anstatt der Konfitüre können auch entsteinte Sauerkirschen verwendet werden.
Nun legt man den zweiten Biskuitboden darauf, belegt diesen wie den ersten Boden und bestreicht ihn ebenfalls dick mit steifer Schlagsahne.
Mit dem dritten Boden wird die Torte abgedeckt, nochmals mit Kirschwasser beträufelt, die Oberfläche und der Rand ebenfalls mit fester Schlagsahne eingestrichen.
Nun sollte die Kirschtorte wenigstens eine halbe Stunde im Kühlschrank ruhen.
Vor dem Servieren wird die Torte mit Schokoraspeln und pro Tortenstück mit einem Sahnehäubchen aus der Spritztülle dekoriert, jedes davon wird mit einer in Kirschwasser eingelegten Kirsche gekrönt.

Geschichten über die Schwarzwälder Kirschtorte

Diese Komposition aus Sahne, Kirschen und schnapsgetränktem Biskuit ist ein Produkt aus der Zeit vor der Erfindung der Kalorientabelle.

Wer aber hat das berühmteste aller badischen Naschwerke kreiert?
Die schönste Geschichte lautet so:
Ein persischer Konditor im kaiserlichen Harem habe sie entwickelt, um die Damen so schnell und so genussvoll wie möglich auf das dort so geschätzte füllige Schönheitsideal zu bringen.
Etwas orts- und realitätsnäher hört sich die Version von einem Konditormeister aus Baden-Baden an, dessen Ehrgeiz es gewesen sein soll, das Publikum nach dem Besuch des Spielcasinos mit einer gleichermaßen einmaligen wie unvergesslichen süßen Spezialität zu verwöhnen.
Und vor zwanzig Jahren wartete schließlich ein Schweizer Journalist mit einer nochmals neuen Variante auf:
Fernab vom Schwarzwald, im Bad Godesberger »Cafe Agner« habe der Konditorgeselle Josef Keller erstmals Sahne, vermischt mit Kirschen und Kirschwasser, auf Biskuitböden gehäuft.
Als er später im »Cafe Keller« in Radolfzell die Meisterprüfung ablegte, setzte er die Tradition fort und brachte das üppige Rezept zu Papier. Josef Keller arbeitete 1915 im »Agner«, einstmals an der Ecke Bahnhof- und Moltkestraße gelegen, existiert es seit circa 30 Jahren nicht mehr.
Zunächst wurde Schlagsahne mit Kirschen und Kirschwasser serviert, bis Josef Keller darauf kam, einen gebackenen Boden mit Kirschen und der mit Kirschwasser aromatisierten Sahne zu einer Torte zu machen.
Es waren damals die Studenten aus dem nahen Bonn, die diese heute populärste Torte in großen Mengen verlangten.
Josef Keller starb 1981 im Alter von 94 Jahren.

Wie auch immer, ein Ergebnis all dieser Nachforschungen bleibt festzuhalten: Es ist in erster Linie das echte Schwarzwälder Kirschwasser, das eine Schwarzwälder Kirschtorte zu dem macht, was sie ist. Denn auch die Bundesfachschule für das Konditorenhandwerk in Deutschland schreibt ganz unmissverständlich fest: Mindestens 6 % der verarbeitenden Sahnemenge müssen Schwarzwälder Kirschwasser sein. Die Schwarzwälder Kirschtorte hat sich als deutsche Spezialität weit über die Grenzen unseres Landes einen guten Namen gemacht. Und viele Konditorenmeister schwören, nur die »ihre« sei die wahre und wirkliche, die echte und einzige Schwarzwälder Kirschtorte.

Otto Kunner