KI-generiert
Der einarmige Hummer
Manchmal schreibt das Leben Geschichten, die sich kein Drehbuchautor ausdenken könnte.
Der einarmige Hummer trägt seine Geschichte buchstäblich am Körper. Seit einem Angriff eines Krokodils fehlt ihm ein Arm. Für einen Hummer ist das kein kleines Handicap, sondern eine einschneidende Veränderung seines Lebens.
Doch er hat gelernt, damit zu leben.
Immer wieder gerät er in die Netze der Fischer. Sie holen ihn aus dem Meer, betrachten ihn kurz und setzen ihn wieder zurück. Für die Gastronomie ist ein Hummer mit nur einem Arm schließlich kaum interessant. Was für andere ein Nachteil wäre, ist für ihn zum größten Glück seines Lebens geworden.
Denn während seine Artgenossen irgendwann auf den Tellern der Menschen landen, schwimmt er weiter durch das Meer. Jahr für Jahr. Saison für Saison. Er ist inzwischen erstaunlich alt geworden.
Sein fehlender Arm hat ihm das Leben gerettet.
Vielleicht ist genau das seine große Lektion: Manchmal wird aus einem vermeintlichen Verlust ein unerwartetes Geschenk.
Seine größte Inspiration findet der einarmige Hummer deshalb in der Geschichte eines einarmigen Judokämpfers. Dessen Lebensweg fasziniert Wolfgang Ratzek. Ein Mensch, der trotz einer körperlichen Einschränkung nicht aufgibt, sondern seinen eigenen Weg findet, ist für ihn mehr als ein Vorbild. Er ist eine Orientierung.
Der Hummer denkt darüber nach, wenn er allein durch das Meer zieht. Stärke, so hat er gelernt, bedeutet nicht unbedingt, alles zu besitzen. Manchmal bedeutet Stärke, mit dem auszukommen, was einem geblieben ist.
Und so trägt der alte einarmige Hummer seinen kleinen Makel mit Stolz.
Er hat einen Arm verloren.
Aber dafür hat er etwas gewonnen, das unbezahlbar ist:
Zeit.


